Tanzbrunnen, Köln - 02. September 2006

So stellt man sich ein Konzert vor: man kommt gemütlich in der Stadt an, findet auf Anhieb einen guten Parkplatz und schlendert dann zum Ort des Geschehens... in diesem Falle der Tanzbrunnen in Köln.
Während Rosenstolz noch den Soundcheck absolvierte, gesellten wir uns schon einmal zu der wartenden Menge am Eingang.
Die bunt gemischte Menge setzte sich jedoch schon bald in Bewegung, denn kurz vor 18.00 Uhr öffneten sich die Tore.
Der Einlass ging sehr geordnet voran, so dass man nach einigen Minuten schon gen Bühne streben konnte. Zwar wurden rigoros sämtliche Getränke oder mitgebrachte Süßigkeiten aussortiert, dafür waren auf dem Gelände jedoch einige Versorgungsstände aufgebaut. Hier konnte man sich also ausreichend und ohne lange Wartezeigen mit Getränken und Essen versorgen.

Die Reihen vor der Bühne waren schon gut gefüllt. Obwohl auf den Karten der Konzertbeginn für später ausgewiesen war, begann die Vorband „MIA“ aus Berlin bereits gegen 18.10 Uhr mit dem Titel „Uhlala“.
Die Musiker waren in schwarze Hosen und weiße Hemden gekleidet, während wie Sängerin Mieze eine kurze braune Hose, eine weiße Bluse und weiße Stiefel trug. Der kleine, schwarze Hut und die Knieschoner deuteten schon auf das Thema des Konzertes hin: Zirkus – wie das gleichnamige Album der Band.
Bereits beim zweiten Song „Hungriges Herz“ tanzte und klatsche das Publikum begeistert mit.
Die weiteren Songs waren ausschließlich vom aktuellen Album „Zirkus“ und entsprechend war die Bühnenshow (wenn man es denn so nennen mag) auch ausgerichtet.
So kam Mieze wenig später mit einem alten Leierkasten auf die Bühne und trug so zur allgemeinen Erheiterung bei.
Nach gut 45 Minuten bildete „Tanz der Moleküle“ dann den Abschluss des Auftrittes.

Nach kurzem Umbau war dann die Bühne bereit für Rosenstolz, die auch um 19.30 Uhr begannen.
AnNa, in einem kurzen, schwarzen Rock mit passendem Hut und schwarzem Blazer plus schwarzen Seidenstrümpfen und Beinband, und Peter, der Jeans und ein weißes Tank-Top trug, betraten die Bühne und begrüßten das jubelnde Publikum.
Gemeinsam schritten sie den Steg, der ins Publikum führte, herunter und nahmen an dem bereitstehenden Flügel Platz, um mit „Willkommen“ das Konzert zu beginnen.

Nach „Es könnte ein Anfang sein“ richtete Peter die ersten Worte an das Publikum. Er erzählte von den vergangenen Konzerten und wies auf das mittlerweile 15jährige Bestehen von Rosenstolz hin, was natürlich mit entsprechendem Applaus gewürdigt wurde.
Zum Beweis, dass während dieser Open Air-Tour Songs gespielt werden, die nie oder selten live vorgetragen wurden, stimmte man gleich „Perlentaucher“ an. Wie noch oft an diesem Abend übernahm das Publikum auch gleich den Refrain.

Immer wieder wurde das Publikum in die Späße mit einbezogen.
Als Peter mit dem Musiker Zorro, der häufiger an diesem Abend im Rampenlicht stand, an den schwarzen Flügel trat und „Die Zigarette danach“ anstimmte, forderte das Publikum Peter dazu auf, sich doch zu entkleiden – diesem Wunsch wurde auch gleich nachgegeben und er sang ohne Oberkörperbekleidung weiter. Die obligatorische Zigarette durfte natürlich auch nicht fehlen!

Mit „Nur einmal noch“ trat auch AnNa im neuen Outfit auf die Bühne. Der kurze Rock war mit pinken Streifen durchzogen und dazu passend trug sie nun eine pinke Krawatte.

Wie bei jedem Konzert wurde auch diesmal Geld für die Aids-Hilfe gesammelt. Die gesamte Band reichte dazu Sammeldosen in die Menge, die sich stetig füllten und auf gleichem Wege zurück zur Bühne gelangten.
Immer wieder wurden Anekdoten aus dem langjährigen Bandbestehen zum Besten gegeben. Mit viel Witz und Charme schafften es AnNa und Peter, immer wieder, das Publikum zum Lachen zu bringen.

Nach Songs wie „Ich geh in Flammen auf“ und „Schlampenfieber“ wechselte AnNa noch einmal ihr Outfit. Mit rotem Rock und Hut stellte sie zusammen mit Peter die einzelnen Musiker der Band vor, bevor es mit „Lachen“ weiter ging.
Den Abschluss für dieses Konzert bildete „Ich bin ich“, was im Publikum nochmals für Höchststimmung sorgte. Selbstverständlich wollte man die Band nach 2 Stunden noch nicht von der Bühne lassen und es wurden lautstark Zugaben gefordert.

Diese wurden auch erfüllt und wieder im schwarzen Rock bekleidet betraten AnNa und Peter nochmals die Bühne.
Die ersten Zugaben waren ruhigere Songs, bei denen Peter AnNa am Klavier begleitete. „Lass sie reden“ und „Die Schlampen sind müde“ sorgten wieder einmal für Gänsehaut im Publikum, welches alles andere als müde war.

Immer wieder wurden weitere Zugaben gefordert und ein allerletztes Mal betraten Rosenstolz die Bühne, um noch zwei Songs zu spielen.
Nach 2 ½ Stunden war dann wirklich alles vorbei. Die Band verabschiedete sich mit einer Verbeugung unter Applaus von ihrem Publikum und die Zuschauer verließen glücklich und teils singend das Gelände.

Selten hat man ein so gemischtes Publikum gesehen, was bei den gespielten Songs zu einer Einheit zusammenkam. Ein fast schon ergreifendes Erlebnis, welches sich auf jeden Fall lohnt.









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